Unwetter über Deutschland

Land unter in Simbach am Inn. © Foto: Sven Hoppe / dpa

Dieser Tage herrscht vielerorts in Deutschland Katastrophenstimmung: Tiefdruckgebiete Elvira und Co pumpen feuchtwarme Mittelmeerluft zu uns, welche für Starkregen und heftig Gewitter sorgt. Es starben mehrere Menschen durch Blitzschlag und mindestens 6 Personen ertranken in den Sturzfluten, welche vor allem die Städte Simbach und Triftern in Niederbayern verwüsteten. Darüber hinaus kam es zu 1 Todesopfer das einen Herzinfakt in folge der Katastrophe erlitt.

Im Westen der Republik gingen heftige Gewitter nieder und ein Damm des Flusses Issel drohte bei Hamminkeln zu brechen. Feuerwehr und Hilfskräfte gelang es den Damm zu stabilisieren.

Die Wettersituation hält weiterhin an, so dass das Deutsche Wetteramt weiterhin keine Entwarnungen geben kann. Gewitter können jederzeit Starkregen bringen und kleine Bäche in reißende Ströme verwandeln.

Erdfall in Thüringen

Erdfall in Thüringen. © FAZ / dpa

Im Ort Nordhausen in Thüringen sorgt ein spektakulärer Erdfall für Aufregung: aus ungeklärter Ursache öffnete sich dort gestern ein ca. 50 m tiefer Krater, in dem Teile zweier unbewohnter Häuser verschwanden. Der Krater füllte sich schnell mit Wasser.

Die ist auf dem Gelände bereits der 2. Erdfall. Der erste ereignete sich im Jahr 2010. das Gelände wird vom Katastrophenschutz genutzt.

Erdfälle können aus verschiedenen Gründen entstehen. Häufig stürzen alte Bergwerksschächte ein, oder gebrochene Wasserleitungen spülen unterirdisch das Erdreich fort. Als natürliche Ursache kommt Dolinenbildung als Folge von Höhlenbildungsprozesse infrage. Entweder stürzt dabei das Dach einer vorhandenen Höhle ein, oder Kalkstein wird durch saures Wasser aufgelöst.

Wetterkatastrophen weltweit

In den letzten Wochen ereigneten sich so viele Wetterkatastrophen, dass ich mit dem aktualisieren nicht nachkomme. Die meisten dieser Katastrophen sind auf das Klimaphänomen „El Nino“ zurückzuführen, welches in diesem Jahr ungewöhnlich stark ausfällt. In Südamerika sind viele Länger von starken Überflutungen betroffen, während in Indonesien und Australien gigantische Waldbrände wüten, weil der Regen ausblieb. Zahlreiche Katastrophen gibt es auch in den USA: Tornados verwüsteten ganze Landstriche, der Mississippi überflutete weite Teile seiner Uferregionen. Im Wüstenstaat New Mexico wurde der Schneenotstand ausgerufen.

Europa wird dieses Jahr ebenfalls von „El Nino“ heimgesucht. Es ist seit Wochen zu warm und vieler Orts auch zu trocken. In den Alpen liegt kaum Schnee, wodurch wichtige Wasserreserven fehlen. Zu viel Wasser gibt es dagegen im Norden Englands. Hier sorgt Starkregen für Überflutungen. In York gab es bereits Plünderungen.

Eine Abschwächung von „El Nino“ ist noch nicht in Sicht. Der Pazifik ist in der östlichen Äquatorregion sehr stark aufgeheizt zudem bildete sich eine rätselhafte Erwärmung vor der Westküste der USA.

Ich vermute, dass wir 2016 mit deutlich steigenden Lebensmittelpreisen rechnen müssen, da es bestimmt zu globalen Ernteausfällen kommen wird. Textilprodukte aus Baumwolle könnten davon ebenfalls betroffen werden. Es bleibt spannend abzuwarten, welche weiteren Folgen sich langfristig ergeben. Wasser ist bei uns derzeit noch nicht knapp, aber wenn sich da Klima und die Regenzonen weiterhin so stark verschieben, könnte es das Langfristig werden. Ein gibt einen deutlichen Trend zu einem Wechsel zwischen Trockenperioden und Starkregen, der die Wasserwirtschaft auch in Deutschland beeinflussen könnte.

Unheilbare Pflanzenkrankheit

Das aus Mittelamerika stammende Bakterium Xylella fastidiosa hat vor gut 2 Jahren den europäischen Mittelmeerraum erreicht. In Italien mussten bereits mehr als eine Millionen Olivenbäume gefällt werden. Nun ist das gefährliche Bakterium in Frankreich angekommen. Forscher befürchten, dass  Xylella fastidiosa das Aussehen der Region dramatisch verändern könnte. Die wirtschaftlichen Folgen sind unabsehbar. Zahlreiche Bauern und Plantagenbesitzer stehen vor dem Aus. Das Bakterium wird durch pflanzenfressende Insekten übertragen und blockiert die Wasser- und Nahrungszufuhr der Pflanzen. Diese sterben ab. Gegen Xylella fastidiosa gibt es kein Heilmittel. Die betroffenen Baumbestände müssen gefällt und verbrannt werden, der Boden gepflügt und mit Pestiziden sterilisiert werden. Die Seuche befällt nicht nur Olivenbäume, sondern über 100 Pflanzenarten, darunter zahlreiche mediterrane Nutzpflanzen.

Überflutungen in Frankreich und USA

Die französische Mittelmeerküste wurde am Wochenende vom sintflutartigen Regenfällen heimgesucht. Besonders stark betroffen war die Region um Cannes. Dort fielen innerhalb von 24 Stunden bis zu 242 l Niederschlag. Dass ist mehr, als normalerweise im ganzen Monat Oktober. In der Folge wurden ganze Städte geflutet und mindestens 17 Menschen ertranken in den Fluten. Die meisten Opfer steckten in ihren Autos fest, oder wurden in Tunneln von den Wassermassen überrascht.

Die Ostküste der USA wurde ebenfalls von Unwettern heimgesucht. Im US-Staat South Carolina wurde der Notstand ausgerufen. Dort soll es  den „schlimmsten Regen seit 1000 Jahren“ gegeben haben, so Gouverneurin Nikki Haley. Mindestens 7 Menschen starben und 25.000 sind ohne Strom. Grund für die Wetterkatastrophe ist das Zusammentreffen von Hurrikans „Joaquin“ mit einem Festlandtief. Der Hurrikane drehte ab und zieht nun über den Atlantik Richtung Europa. Hier wird er in der nächsten Woche vermutlich als Tiefdruckgebiet schlechtes Wetter bringen.