Überschwemmungen in Kanada und Änderung des Klimas

Wie im letzten Post befürchtet, breitete sich das Hochwasser auch in Kanada aus. Die Lage wird in den östlichen Provinzen Quebec und Ontario immer dramatischer: mehr als 2500 Häuser stehen im Wasser und tausende Menschen wurden evakuiert. Dauerregen und Schneeschmelze im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stroms sorgten für die Katastrophe. Behörden sprechen von den stärksten Niederschlägen seit mehr als 50 Jahren.

Nun kann man nicht von einer einzelnen Naturkatastrophe gleich auf den anthropogenen Klimawandel schließen, allerdings häufen sich in den letzten Jahren die Meldungen über wetterbedingte Naturkatastrophen extrem. Diese Beobachtung wird nun von einer Warnung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) dramatisiert: neue Studien des BSH gehen nun davon aus, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 178 cm ansteigen könnte. Der Klimarat ging bisher immer um einen Anstieg von 98 cm aus. Schon in den kommende Jahrzehnten fürchten die Forscher einen weitaus schnelleren Anstieg, als bisher erwartet.

Die Deiche der deutschen Küsten böten demnach noch bis etwa 2070 Schutz vor den Fluten. Man müsse rechtzeitig damit beginnen die Deiche aufzustocken. Was sich für uns erst einmal nicht weiter dramatisch anhören mag, hat für viele Inselbewohner weltweit drastische Auswirkungen: sie werden viel schneller als erwartet ihre Heimat verlieren. Daraus folgt langfristig gesehen, dass unzählige Menschen umgesiedelt werden müssen.

Eine weitere besorgniserregende Meldung ist, dass erstmals seitdem es den Menschen gibt, die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre über 410 ppm stieg. Dieser Wert wurde vor 14 Tagen am astronomischen Observatorium auf dem Mauna Loa auf Hawaii gemessen. Mit überschreiten dieser Marke wird die Klimaerwärmung beschleunigen. Am Mauna Loa begann man 1958 mit der Messung der CO2 Konzentrationen: damals betrug sie 280 ppm.

das Treibhausgas Kohlendioxid gilt als eine der Hauptursachen für die Klimaerwärmung. Es wird hauptsächlich durch das verbrennen fossiler Kohlenwasserstoffe (Öl, Gas, Kohle) freigesetzt. Bisher stieg die globale Durchschnittstemperatur und 1 Grad Celsius an. Der Meeresspiegel stieg um um mehr als 1 Fuß (33 cm) an. Die Ozeane werden sauer. Laut Berechnungen der Wissenschaftler müsste der Ausstoß an CO2 halbiert werden, damit die aktuellen Konzentrationen in der Atmosphäre wieder sinken.

Bisher steigt der weltweite Kohlendioxid Ausstoß ständig an, selbst in Deutschland! Klimaextreme nehmen weltweit zu und die tatsächlichen Auswirkungen werden meiner Meinung nach weitaus schneller dramatisch werden, als man es bisher sagt.

Obwohl von globaler Klimaerwärmung die Rede ist, kann es an einigen Orten auch kälter werden. Das Wetter und Klima unseres Planeten ist derart komplex, dass selbst die besten Modell nur langfristige Trends angeben können, aber keine verlässlichen Prognosen. Wichtige Aspekte sind nicht nur Gaskonzentrationen in der Atmosphäre, sondern auch Höhenströmungen und vor allem Meeresströmungen. Die Auswirkungen von Änderungen in der Klimamaschine Ozean sind nur schwer abzuschätzen und die Zusammenhänge noch lange nicht gänzlich erforscht.

Quellen: Scientific American, Spiegel, Tagesschau

USA: Tornados und Überschwemmungen

Der Süden und Mittlere Osten der USA werden gerade von mehreren Naturkatastrophen gleichzeitig heimgesucht: in Arkansas, Missouri, Mississippi und Texas haben Tornados schwere Schäden verursacht. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Besonders hart getroffen hat es die texanische Stadt Canton, ca. 80 km von Dallas entfernt. Mehrere Tornados hinterließen Schneisen der Verwüstung. Auch im Nordosten werden Tornados erwartet.

Starkregen verursachte Hochwasser in mehreren Staaten. Da weitere Regenfälle vorhergesagt wurden, gab es Warnungen für Arkansas, Illinois, Indiana, Missouri und Oklahoma. Hier bereitet man sich auf die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahren vor und versucht Deiche entlang der Flüsse zu verstärken.

Verantwortlich für die Unwetterkatastrophen zeigt sich eine Tiefdruckrinne: sie erstreckt sich praktische entlang des gesamten Mittleren Ostens der USA bis nach Kanada. Bisher kamen mindestens 14 Menschen ums Leben.

Kolumbien: erneute Schlammlawine

Starke Regenfälle lösten in Kolumbien einen neuen Erdrutsch mit Schlammlawine aus. In der Stadt Manizales wurden 75 Häuser zerstört. 15 Menschen starben, 8 werden noch vermisst. Es gab zahlreiche Verletzte.

Der Katastrophenschutz UNGRD sieht den globalen Klimawandel als Ursache für die Häufung der Katastrophen in Kolumbien. Im Zuge von El Nino regnet es dort dieses Jahr besonders viel. Allerdings nimmt man es in Kolumbien mit Bauvorschriften nicht sonderlich ernst, sofern Vorschriften existieren. Es werden die abenteuerlichsten Konstruktionen gebaut und das oftmals an steilen Berghängen, die für eine Bebauung absolut ungeeignet sind.

Kolumbien: Überschwemmungen und Schlammlawinen

Heftige Regenfälle führten am Wochenende im Südamerikanischen Staat Kolumbien zu schweren Überflutungen. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und das Hochwasser verursachte schwere Schäden. Die Niederschläge lösten zudem Hangrutschungen und Schlammlawinen aus. Besonders schlimm hat es die Stadt Mocoa getroffen: mehr als 250 Menschen wurden unter Schlammmassen begraben, 200 Personen werden von vermisst. Es wurden wichtige Brücken über den Fluss Rumiyaco zerstört und die Stadt ist auf dem Landweg nicht erreichbar. Dieser Umstand erschwert die Rettungsarbeiten und die Versorgung der Bevölkerung.

Im benachbarten Ecuador kam es ebenfalls zu Überschwemmungen. Ein Staat weiter südlich liegt Peru. Dieses Land wird seit Wochen von heftigen Unwettern heimgesucht. Als Grund hierfür wird das Klimaphänomen El Nino verantwortlich gemacht. Der aktuelle El Nino ist an sich schon sehr ungewöhnlich, da er sehr lange anhält.

Auf der anderen Seite des Pazifiks kam es ebenfalls zu sintflutartigen Regenfällen: im australischen Queensland wütete in den letzten Tagen ein schwerer Hurrikan. In Indonesien führten Regenfälle ebenfalls zu Schlammlawinen: im Dorf Banaran im Osten Javas wurden 23 Häuser verschüttet. Mehr als 20 Menschen starben.

Peru: viele Tote bei Überschwemmungen

Entlang der Küste von Peru in Südamerika gab es heftige Überschwemmungen: mehrere Stürme brachten Starkregen, welcher ganze Regionen heimsuchte. Selbst die Hauptstadt Lima war betroffen. Die Regenfälle lösten zudem Hangrutschungen und Schlammlawinen aus. 115.000 Häuser wurden beschädigt und 117 Brücken stürzten ein. Mindestens 70 Menschen starben.

Das Land wurde in den Jahren zuvor von einer langanhaltenden Dürreperiode heimgesucht. Die Regierung Perus macht den anthropogenen Klimawandel für diese Katastrophen verantwortlich. Die aktuellen Regenfälle werden sehr wahrscheinlich vom Phänomen „El Nino“ verursacht.