Italien: Erdbeben M 6,2

In Mittelitalien hat ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,2 große Zerstörungen verursacht. Das Hypozentrum lag in nur 4 km Tiefe nahe der Stadt Norcia in der Provinz Perugia. Die Region im Apennin-Gebirge wird häufig von starken Erdbeben erschüttert.

Im Jahr 2009 traf es die Stadt  L’Aquila, die gut 50 km südlich des jetzigen Epizentrums lieft. Damals starben 309 Menschen. Die Opferzahlen dürften diesmal ähnlich hoch ausfallen und auf jeden Fall im 3 stelligen Bereich liegen.

Die mittelalterliche Bausubstanz hält starken Erdstößen nicht stand. Entsprechend groß sind die Schäden. Nur neue Gebäude halten den Erdstößen besser stand.

Besonders schlimm betroffen ist die Kleinstadt Amatrice. Dort wurden alle Häuser entweder total zerstört, oder so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen. In Amatrice befanden sich auch zahlreiche Touristen, denn der Ort zählte zu den Schönsten Italiens. Der Ort soll wieder aufgebaut werden, der Italienische Staat will dazu 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Update: Opferzahlen veröffentlicht

Bisher wurden 278 Todesopfer bestätigt. Viele Menschen sind obdachlos geworden und schlafen in Zelten. Sie fürchten auch die zahlreichen Nachbeben. Die Rettungskräfte arbeiten auf Hochtouren. Sie konnten u.a. ein 4 jähriges Mädchen lebend bergen, die in den Armen ihrer toten Schwester lag. Dramatische Szenen die auch für die Helfer eine große psychische Belastung darstellen.

Katastrophales Erdbeben im Himalaya

Am 25.04.2015 ereignete sich eines der verheerendsten Erdbeben der vergangenen Jahre: es hatte eine Magnitude von 7,8 und sein Epizentrum lag in 10 km Tiefe und 87 km nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die Erdstöße dauerten gut 90 Sekunden und dem Hauptbeben folgten zahlreiche starke Nachbeben. Viele Gebäude fielen wie Kartenhäuser in sich zusammen, ganze Ortschaften wurden von der Außenwelt abgeschnitten und im Basislager des Mount Everest gingen Lawinen nieder. Bisher ist von mindestens 3200 Toten die Rede, aber wahrscheinlich werden die endgültigen Zahlen weitaus höher ausfallen. Es wurden auch zahlreiche Kulturschätze zerstört, wie Tempel und Pagoden auf dem Durbar-Platz in Kathmandu.
In einigen Pressemeldungen heißt es, dass man in der betroffenen Region nicht mit so einem schweren Erdbeben gerechnet hat. Sicherlich waren weder Bevölkerung, noch Behörden auf so ein Beben vorbereitet, aber man hätte durchaus wissen müssen, dass so ein starkes Erdbeben in dieser Region jederzeit möglich ist. Der Himalaja stellt als aktive Grenze zwischen dem indischen Subkontinent und der Eurasischen-Platte eine Hochrisikozone dar. Die Gebirgsfaltung ist noch nicht beendet. Der Mount Everest wächst jedes Jahr um gut 4 mm und der Nanga Parbat bis zu 10 mm. Die tektonischen Platten bewegen sich mit Geschwindigkeiten zwischen 3,5 cm und 1,5 cm pro Jahr. Was uns wie Schneckentempo erscheint, ist in geologischen Zeitdimensionen gedacht D-Zug.